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EGERLÄNDER
BLASMUSIK- UND INFORMATIONSARCHIV
Traditionelle Blasmusik aus dem Egerland, aus Böhmen und Mähren sowie aus Donauschwaben
 

EGERLAND - BÖHMEN

Das Land an der Eger (Egerland) erstreckt sich von der Egerquelle bei Weißenstadt im Fichtelgebirge (Deutschland, Bayern)
bis hin zur Mündung der Eger im tschechischen Litomerice (Leitmeritz).
In Deutschland fließt die Eger zunächst durch die fränkischen Städte Weißenstadt und Marktleuthen,
bevor sie unterhalb der historischen Burg Hohenberg die Grenze nach Böhmen/Tschechien quert.
Vorbei an den böhmischen Städten Cheb (Eger), Falkenau (Sokolov), Karlovy Vary (Karlsbad) und Zatec (Saaz) erreicht die Ohre -
wie die Eger in Tschechien genannt wird - dann die ehemalige Bischofsstadt Litomerice (Leitmeritz),
wo sie nach insgesamt 316 Kilometern linksseitig in die Elbe mündet.

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Die Egerquelle bei Weißenstadt im Fichtelgebirge.
Im Jahr 1923 wurde sie als Denkmal gefasst, während die "Alte Eger" (Zinnbach) rund einen Kilometer östlich naturbelassen blieb.
Beide Flüsse vereinigen sich nach wenigen Hundert Metern bei Weißenstadt.
Inschrift des Eger-Denkmals (Bild links):
"Als der Knabe kam zur Eger: Eger sprich, wo eilst du hin? Zu der Elbe, rauscht es reger, zu der Elbe muß ich zieh'n!
Als der Knabe kam zur Elbe, war die Antwort inhaltsschwer; donnernd braust zurück diesselbe: Und ich muß ins deutsche Meer!"
 


Das historische Egerland (Eghaland, tschechisch: Chebsko) mit seinen ehemals rund 800.000 deutschsprachigen Bewohnern
erstreckte sich im Nordwesten Böhmens von der deutsch-tschechischen Grenze und dem Oberpfälzer Wald im Westen, vom Erzgebirge im Norden
bis in die Region des Kaiserwaldes (tschechisch: Slavkovsky Les) im Osten. Im Süden Böhmens begrenzte der Böhmerwald das einstige "Eghaland".
Das heutige Land an der Eger/Ohre (Egerland) geht vor allem in östlicher Richtung weit über diese Grenzen hinaus.

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Rathaus der Stadt Marktredwitz, im Hintergrund die St. Bartolomäus-Kirche (Bild links).
Im Bild rechts das Egerland-Kulturhaus, davor der Egerlandbrunnen von Dr. Hatto Zeidler und Christoph Zeidler.
Im Marktredwitzer Egerland-Museum findet sich diese Beschreibung der einstigen Bevölkerung des Egerlandes (Bild Mitte).
 


Eine Bilderreise entlang der Eger - Von der Quelle bis zur Mündung
Von Wolfgang Jendsch
Hinweis: Alle Bilder unterliegen dem Copyright. Alle Rechte: FirePublications Wolfgang Jendsch, 2012

Unsere kleine fotografische Reise durch das Egerland führt von der Egerquelle zunächst nach Marktredwitz.
Die oberfränkische Große Kreisstadt, rund 15 Kilometer von der Grenze nach Böhmen beziehungsweise von der Tschechischen Republik entfernt,
gilt als der kulturelle Mittelpunkt der einstigen Bewohner und Nachfahren des Egerlandes sowie der heutigen "Eghalanda Gmoin" (Bund der Egerländer).
In Marktredwitz befinden sich das Egerländer Kulturhaus, das Egerland-Museum und der Egerlandbrunnen.


Die Eger als kleines Bächlein, das von der Quelle aus durch Böhmen der Elbe zustrebt.
 


Unser nächstes Reiseziel ist die Burg Hohenberg, eine "trutzige Feste" direkt an der tschechisch-böhmischen Grenze.
Am Fuße des Steilhanges unterhalb der dicken Burgmauern fließt die Eger von nun ab durch Böhmen und durch das Egerland.

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Burg Hohenberg, hoch über der Eger und unmittelbar an der Grenze zu Böhmen beziehungsweise zu Tschechien gelegen.
Von hier aus nimmt die Eger als "Ohre" ihren Verlauf durch das tschechische Böhmen (Bohemia; Bild rechts) bis zur Elbe.
 


Nicht weit von der Grenze in Tschechien liegt die inoffizielle "Hauptstadt" Böhmens: Eger (tschechisch: Cheb), die Stadt, die dem Egerland ihren Namen gab.
Die einstige Reichsstadt und heutiger Verwaltungssitz des Landkreises Cheb mit ihren rund 34.500 Einwohnern
liegt inmitten einer weitgehend naturbelassenen Wald- und Hügellandschaft mit sehenswerten Dörfern und Naturschutzgebieten.


Der Stadt- und Marktplatz von Cheb (Eger) mit seinen historischen Gebäuden und dem Herkules-Brunnen.

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Im Bild links die Kaiserburg von Eger. Die weiteren Bilder zeigen den Eingangsbereich eines alten Egerländer "Vierseithofes" (Vierkanthof),
die Innenstadt von Sokolov (Falkenau), dem früheren Wohnort von Ernst Mosch sowie ein Panorama der Stadt Loket (Elbogen) hoch über der Eger (Ohre).
 


Über die Bergbau- und Industriestadt Falkenau (Sokolov) in Nordwestböhmen,
wo einst der berühmte Blasmusiker und Leiter der "Original Egerländer Musikanten" Ernst Mosch lebte,
geht es weiter entlang der Eger/Ohre in das historische und unter Denkmalschutz stehende Städtchen Loket (Elbogen).
Die Stadt liegt auf einem steil abfallenden Granitrücken. Unterhalb der Stadtmauern begrenzt die Eger/Ohre Loket gleich von drei Seiten.
Sehenswert neben der mittelalterlichen Altstadt hier auch die einstige königlich-böhmische Grenzburg Loket.
Ein Rundweg entlang der Eger/Ohre zeigt die Pracht des alten Stadtbildes mit seinen Schutzmauern und den prachtvollen Bürgerhäusern.


Die Stadt Loket (Elbogen) mit der mittelalterlichen Burg hoch über der Eger/Ohre.
Die auf einem Felsen gelegene Stadt mit ihrem historischen Kern wird an drei Seiten von der Ohre begrenzt.
 


Karlsbad (Karlovy Vary), die weltberühmte Kurstadt an der Eger/Ohre, liegt am nächsten Abschnitt der Reiseroute durchs Egerland.
Hier gaben und geben sich noch immer die "Großen der Welt" die sprichwörtliche "Klinke in die Hand":
unter anderem der russische Zar Peter der Große, Kaiser Karl VI., Kaiser Joseph II., Ludwig van Beethoven, Richard Wagner und Karl Marx.
Und wer genau aufpasst, der kann in Karlsbad noch heute den "braven Soldaten Schwejk" treffen, eine Romanfigur, die erstmals 1911 in der Literatur auftauchte und die in besonders liebenswert-typischer Weise List und Witz der Böhmen parodierte.

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Karlovy Vary (Karlsbad), die weltberühmte böhmische Kur- und Bäderstadt im Westen Tschechiens.
Auf der Promenade inmitten der prachtvollen Stadthäuser (Bild Mitte) treffen sich berühmte und weniger berühmte Besucher aus allen Teilen der Welt.
Im Bild links das ebenso berühmte böhmische Kristall, verarbeitet in prachtvollen Kunstwerken.
Im Bild rechts eine Reminiszenz an das alte Egerland - das Hotel "Egerländer Hof" (Chebsky dvur).
Wer aufmerksam ist beim Spaziergang durch Karlsbad, kann vielleicht auch das böhmische Original, den "braven Soldaten Schwejk", treffen?!


Ein berühmtes böhmisches Original mit viel List und Witz:
der "brave Soldat Schwejk".
 


Durch das böhmische Becken und das landwirtschaftlich genutzte böhmisch-mährische "Terrassenland" geht die Reise durch das Egerland dem Ende entgegen.
Die schmalen, oft beidseits mit Birken oder anderen Bäumen flankierten Landstraßen entlang der Eger/Ohre führen durch liebliche Landschaften,
durch reizvolle kleine Dörfer und manchmal auch vorbei an deutschsprachigen Zeugnissen des "alten" Egerlandes.
Wie schwärmte doch Ernst Mosch mit seinen "Original Egerländer Musikanten" in den Polkas "Mondschein an der Eger" und "Egerland - Heimatland":
"An der Eger breitem Strand liegt mein schönes Heimatland" und "Egerland - Heimatland, wie bist du so schön"!

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Eine Fahrt über romantische ruhige Straßen (Bild links) und durch herrliche Landschaften entlang der Eger/Ohre
erlaubt hin und wider auch den Blick auf deutschsprachige Zeugnisse des "alten" Egerlandes. Im Bild rechts ein ehemaliges "Feuerwehr-Haus".
 


Die Stadt Zatec (Saaz) im Norden Böhmens animiert noch einmal zu einer Übernachtung - mitten in einem Hopfenanbaugebiet,
das maßgeblich beigetragen hat zur weltbekannten böhmischen Bierbraukultur.
Auf "Cesky chmel pro chutna piva" (Tschechischer Hopfen für schmackhaftes Bier) weist das Fassadenemblem in Zatec hin.

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Die Hopfen- und Bierbrauerstadt Zatec (deutsch: Saaz) weist anschaulich auf die böhmische Bierbrauer- und Trinkkultur hin.
Im Bild rechts die historische Königsstadt Leitmeritz (tschechisch: Litomerice). Hier mündet die Eger/Ohre in die Elbe (tschechisch: Labe).
 


Litomerice - die historische Königsstadt Leitmeritz inmitten des "Garten von Böhmen" (Zahrada Cech) -
hier endet die Eger/Ohre durch ihren Zufluss zur Elbe, und hier endet auch die Reise entlang der Eger und durch das Egerland.


Ohne Zweifel - diese Reise hat sich in jeder Beziehung gelohnt -, eine Fahrt voller Natur, Kultur und versteckter Sehenswürdigkeiten.
Eine Fahrt aber auch auf den Spuren der einstigen deutschen Bevölkerung des Egerlandes und Böhmens sowie auf den Spuren von Ernst Mosch,
den "Egerländer Musikanten" und der böhmischen Blasmusik, die im heutigen Tschechien noch immer ihre "Fans" findet.


Der Zusammenfluss von Eger/Ohre (im Bild rechts) und Elbe (tschechisch: Labe) bei Litomerice (Leitmeritz).
Nach rund 316 Kilometern endet hier das "Land an der Eger" und diese kleine Bilderreise.
 


Das Land Böhmen (heute: Bohemia/Tschechien) mit einer Fläche von rund 52.000 Quadratkilometern
wird durch die Staaten Deutschland (Sachsen, Bayern) im Westen, Österreich im Süden sowie Polen im Norden begrenzt.
Innerhalb Tschechiens verläuft die Grenze zu Mähren (Moravia/Tschechien) im Norden von der "Böhmisch-Mährischen Höhe" (Ceskomoravska vrchovina)
bis zur österreichischen Grenze im Bereich des dortigen "Waldviertels" (etwa zwischen den Regionen Ceske Budejovice/Budweis und Brno/Brünn).


Das Egerland und Böhmen hatten immer auch eine weit über ihre Grenzen hinausreichende Kultur, insbesondere gilt das für die Musik.
Die berühmten Komponisten Antonin Dvorak (1841-1904) oder Gustav Mahler (1860-1911) mögen dafür nur Einzelbeispiele sein,
ebenso die traditionellen böhmischen "Musikerstädte" Graslitz (Kraslice) im Egerland sowie Oelsnitz im sächsischen Vogtland.
"Aus Böhmen kommt die Musik" - der Titel einer Polka von Christian Bruhn - macht zudem diese musikalische Kultur und Tradition deutlich.
 

Das
Egerländer Blasmusik- und Informationsarchiv
beschäftigt sich detailliert mit der historischen Entwicklung des Egerlandes und Böhmens.
Dazu gehört selbstverständlich auch die Geschichte Böhmens, seine Kultur sowie schwerpunktmäßig die kulturelle Entwicklung der böhmischen Blasmusik.
Über einen fachlichen und informellen Austausch freuen wir uns.
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