ERNST MOSCH

EIN EGERLÄNDER, SEINE HEIMAT UND SEIN LEBEN ALS MUSIKER

 

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Zwodau (Svatava) und Falkenau (Sokolov) im heutigen Tschechien, Geburts- und Wohnort von Ernst Mosch und seiner Familie.

 

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Ernst Mosch, der wohl bekannteste und zugleich international berühmteste Interpret der Blasmusik aus dem Egerland und aus Böhmen, wurde am 7. November 1925 in Zwodau bei Falkenau (heute tschechisch: Svatava, Sokolov) geboren.

Bereits im Alter von acht Jahren spielte Ernst Mosch Flügelhorn im Jugendblasorchester der Musikschule Hans Dotzauer in Falkenau, bevor er 1940 zur Städtischen Musikschule nach Oelsnitz im Vogtland wechselte.
Neben dem Flügelhorn und der Geige spielte Ernst Mosch dort auch Posaune.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Ernst Mosch 1943 zum Musikzug der 18. Panzergrenadier-Division Allenstein abkommandiert.

 

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Infolge der politischen Vertreibung der sudetendeutschen Bevölkerung aus dem Egerland floh Ernst Mosch 1945 nach Deutschland.
Dort nahm er diverse musikalische Engagements in amerikanischen Jazzclubs, bei der "Peter-Hiller-Band" sowie bei der Kapelle Egerland unter Rudi Kugler an.

Später gründete Ernst Mosch zusammen mit den Musikern Horst Reipsch und Fred Bertelmann die "REMO-Band", mit der er in amerikanischen Jazz- und Musikerkreisen Deutschlands außergewöhnlich bekannt wurde.
Im Jahr 1951 erhielt Ernst Mosch ein festes Engagement als 1. Posaunist beim Tanzorchester des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart unter Erwin Lehn.

 

Platte1  x 1990 CD Ein Klang begeistert die Welt

Ernst Mosch und die Egerländer Musikanten auf dem Cover der ersten Telefunken-Schallplatte von 1956
(Telefunken U 45 872, Bild links), in original Egerländer Tracht mit dem "Gschirr" (Hosenträger), den "Huasnoa(n)toutara" (goldfarbene Knöpfe) und dem "Vetternkappl" (Mütze).
"Ein Klang begeistert die Welt" - der Titel der Langspielplatte von 1969 (Telefunken S 14 550-P, Bild rechts)
skizzierte die erfolgreiche musikalische Zukunft von Ernst Mosch und seinen "Original Egerländer Musikanten".

 

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Im Jahr 1956 gründete Ernst Mosch die "Egerländer Musikanten", eine zwölfköpfige Blaskapelle, der zahlreiche Mitglieder des Orchesters Erwin Lehn angehörten. Neben der Liebe zur Musik seiner Heimat - dem Egerland - ließen Ernst Mosch und seine Musiker auch den typischen "Bingband-Swing-Rhytmus" in die späteren Egerländer Kompositionen und Interpretationen einfließen und prägten damit den einzigartigen "Ernst-Mosch-Stil".

Am 21. April 1956 wurden vom Südfunkradio Stuttgart unter anderem der Walzer "Rauschende Birken" und die "Fuchsgraben-Polka" ausgestrahlt.
Die außergewöhnliche Resonanz der Hörer auf diese "neue Egerländer Blasmusik" veranlasste die Plattenfirma Telefunken noch im gleichen Jahr, eine erste Single-Schallplatte unter dem Titel "Die Egerländer Musikanten spielen ..." zu produzieren.

 

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In den Folgejahren erlebte die "Egerländer Blasmusik" internationale Erfolge.
Ernst Mosch und seine "Original Egerländer Musikanten" - der offizielle Titel seit 1958 - produzierten Hunderte von Single- und Langspielplatten sowie Musikkassetten und CD's mit weit über 1.000 Titeln und Interpretationen Böhmischer Blasmusik.

 

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Ernst Mosch starb am 15. Mai 1999 infolge einer schweren Erkrankung. Er wurde am 21. Mai auf dem Friedhof am Georgiberg in Untergermaringen im Allgäu beigesetzt.
Zahlreiche Menschen erwiesen dem bekannten und beliebten Musiker am Grab die letzte Ehre -, unter ihnen die Sängerin Helga Reichel, die Söhne des tschechischen Komponisten Jaromir Vejvoda - Jiri, Josef und Jaromir junior -, Vertreter der Musikverlage, der Medien sowie Freunde und Wegbegleiter.

Zum Abschied von ihrem langjährigen musikalischen Vorbild, Leiter und Dirigenten
spielten die "Original Egerländer Musikanten" bei der Beerdigung von Ernst Mosch den Walzer "Böhmischer Wind":

 

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"... weit in der Ferne rauscht nun leis’ der böhmische Wind,
er wird noch wehen, wenn wir längst nicht mehr sind."

 

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Das
Egerländer Blasmusik- und Informationsarchiv
beschäftigt sich detailliert mit der Geschichte von Ernst Mosch, der "Original Egerländer Musikanten" sowie mit der kulturellen Entwicklung der Egerländer und Böhmischen Blasmusik.

In unserem Archiv befindet sich eine weitgehend komplette Schallplatten-Sammlung der "Original Egerländer Musikanten" mit etwa 560 Tonträgern
(Schallplatten, Musikkassetten, CDs) sowie mit etwa 4.500 unterschiedlichen Musiktiteln und Interpretationen.

Über einen fachlichen und informellen Austausch freuen wir uns.